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Entschlacken: Geht das und wenn ja, wie?

Entschlacken: Geht das und wenn ja, wie?

4. Dezember 2017

Entschlacken oder „Detox“ liegt im Trend. Es gibt Entschlackungstees, Detox-Smoothies und Entschlackungskuren zu kaufen oder man kann Heilfastenkuren zur Entschlackung buchen. Die Entschlackung soll den Körper reinigen, Giftstoffe beseitigen und uns damit leistungsfähiger und gesünder machen, was jedoch wissenschaftlich nicht belegbar ist. Gibt es die Entschlackung wirklich oder ist dies nur ein moderner Mythos?

Gibt es Schlacken im Körper?

In den 1930er Jahren stellte der Arzt Otto Buchinger die These auf, dass sich im Darm Ablagerungen von Abfallstoffen und Schadstoffen ansammeln. Da er sich das ähnlich vorstellte wie die Schlacken in Ofenrohren, wurden auch diese Stoffe Schlacken genannt.
Heute weiß man jedoch, dass das in dieser Form nicht stimmt. Der Darm wird ständig durch den Darminhalt durchgespült, sodass sich an der Darmwand keine Ablagerungen bilden können. Natürlich werden durch die Nahrung auch Giftstoffe zugeführt und im Körper fallen Abfallstoffe im Stoffwechsel an, diese lagern sich aber nicht ab, sondern werden abgebaut, ausgeschieden oder erst gar nicht aus der Nahrung aufgenommen.

Können und sollten Sie entschlacken?

Die Alternativmedizin geht davon aus, dass der Körper nicht alle Gifte selbständig entfernen kann und man ihn dabei unterstützen sollte. Einiges was an Heilfasten, teuren Detox-Drinks und Kuren angeboten wird, ist jedoch mit Vorsicht zu betrachten, gerade für Menschen mit Grunderkrankungen. Zu radikales Fasten belastet den Organismus sehr stark und es werden vermehrt Giftstoffe und Fettabbauprodukte freigesetzt. Mittel, welche zur Entgiftung oder Ausleitung von Schadstoffen empfohlen werden, können unerwünschte Nebenwirkungen haben, auch wenn es sich um Tees und pflanzliche Mittel handelt.

Aus diesem Grund sollten Sie als Lungenhochdruck-Patient auf Radikalkuren, Fasten und die Einnahme von Entschlackungsmitteln verzichten, wenn Sie nicht vorher mit Ihrem Arzt ausführlich die Risiken, Nebenwirkungen und (wenn Sie regelmäßig Medikamente nehmen) mögliche Wechselwirkungen besprochen haben. In Absprache oder Zusammenarbeit mit Ihrem Arzt spricht jedoch absolut nichts gegen schonende, alternativmedizinische Behandlungen. Doch auch mit einer ausgewogenen Ernährung, frischer Luft und regelmäßiger, an die Krankheit angepasster Bewegung können Sie schon viel dafür tun, die natürlichen Entgiftungsfunktionen des Körpers optimal zu unterstützen.

BLOG 049 / 2017



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