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Psychische Belastung

Die Diagnose einer schweren Erkrankung  beeinträchtigt nicht nur die körperliche Befindlichkeit, sondern auch die psychische Situation eines Menschen und hat Auswirkungen auf viele andere Lebensbereiche (biopsychosoziales Modell).

Oft bedeutet dies   Abschied von bestimmten Lebensentwürfen, Träumen, Plänen (z.B. Kinderwunsch).  Die gewohnte Leistungsfähigkeit , der vertraute Lebensstil, die Funktion im Familiensystem und andere soziale Rollen können sich verändern. Die Lebensqualität reduziert sich.

Es beginnt der Prozess der sogenannten „Krankheitsverarbeitung“. Dies bedeutet, dass sich der jeweilige Mensch mit seiner veränderten Situation emotional und alltagspraktisch  auseinandersetzt.  Krankheitsverarbeitung ist immer im Fluss  und  nie völlig  abgeschlossen. Es gibt individuell sehr unterschiedliche Verarbeitungs- und Bewältigungsstile; jedoch niemals „richtige oder falsche“ Strategien.

Die psychischen Reaktionen können analog denen einer Trauerreaktion sein. Wichtig ist es hierbei, alle auftretenden Gefühle ernst zu nehmen; sie haben ihre Berechtigung. Meist ist erst anschließend ein aktives Krankheitsmanagement und eine konstruktive Anpassung der Lebensführung an die Erkrankung möglich.

Darüber hinaus treten nicht selten  Ängste und Unsicherheiten auf, z.B. in Bezug auf die Behandlung und ihre Nebenwirkungen, auf finanzielle Einbußen…. Es kann zu Rückzug und Isolation kommen, zu Selbstwertproblemen und Gefühlen von Hoffnungslosigkeit. Nicht selten entwickeln sich diese Gefühle zu einer  depressiven Symptomatik, bei Bedarf sollte hier eine professionelle Behandlung erfolgen (Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapeut).

Wichtig ist es, neben der notwendigen  Auseinandersetzung  mit der Erkrankung  die anderen, gut funktionierenden Lebensbereiche nicht aus den Augen zu verlieren. Diese sind  Ressourcen und helfen, mit schwierigen Lebenssituationen umzugehen. Hilfreich und anregend zur Fokussierung können hierbei verschiedene Modelle sein (Lebensbalancerad,  Säulen der Gesundheit).

Zusätzlich gibt es diverse Möglichkeiten der psychologischen Unterstützung; z.B. in Bezug auf Stressverarbeitung, Umgang mit der Erkrankung oder dem Erlernen von Entspannungsverfahren (link siehe PDF Entspannungsinformation sowie CD).

Biopsychosoziales Modell

Körperliche Erkrankungen und psychosoziale Faktoren stehen in einer ständigen Wechselwirkung miteinander. So bewirken  z.B. körperliche Erkrankungen häufig eine Veränderung der psychosozialen Lebensbedingungen (z.B. Verdienstrückgang, veränderte Aufgabenverteilung in der Familie…) Ebenso können Gefühle von Hoffnungslosigkeit und Niedergeschlagenheit negativen Einfluss auf ein aktives Krankheitsmanagement und somit auf den Krankheitsverlauf haben.

Die Grafik soll verdeutlichen, dass die einzelnen Bereiche nie isoliert voneinander betrachtet werden können.

biopsychosoziales_modell

Trauerphasen (in Anlehnung an Verena Kast)

  • Phase des Nicht–wahrhaben–Wollens, der Verleugnung, Bagatellisierung: Gefühlsschock
  • Phase der aufbrechenden Emotionenwie Wut, Trauer, Angst, Zorn, Schmerz, Niedergeschlagenheit, Ohnmacht, Schuldgefühle
  • Phase des Suchens und Sich–Trennens:Auseinandersetzung mit dem Verlorenen (z.B. der Gesundheit, Leistungsfähigkeit), der Wertschätzung und Würdigung
  • Phase des neuen Selbst- und Weltbezugs:Findung von sinnstiftenden Alternativen, neuen Rollen, neuen Interessen/ konstruktive Integration der Erkrankung ins Leben

Der Durchlauf der Phasen ist nie stringent und idealtypisch; je nach Persönlichkeit und Lebenssituation unterschiedlich. Es gibt keinerlei  zeitliche Begrenzung!

Depressivität

Eine Studie aus dem Jahr 2004 liefert folgende Ergebnisse:

  • bei 35% der Patienten mit PAH wurde eine psychische  Störung diagnostiziert
  • 15,9,%  davon  eine Depression
  • 10,4,% davon eine Panikstörung
  • Die Störungen werden mit zunehmender Krankheitsschwere  häufiger.

 Symptome einer depressiven Episode

Depressionsscreening nach WHO

DepressionsscreeningWHO

Lebensbalancerad nach Fritsch

Manchmal konzentrieren wir unsere Energien sehr stark auf einige wenige Lebensbereiche und vergessen darüber, dass andere Bereiche ebenfalls wichtig sind.

Das Balancerad führt Ihnen vor Augen, wie Sie Ihr heutiges Leben sehen und bewerten. Jede Speiche steht für einen Lebensbereich, der zu Ihrem Gefühl des Glücks und der Befriedigung beitragen kann.

Betrachten Sie das Balancerad und verwenden Sie eine Skala von 0 bis 100 Prozent zur Bewertung der einzelnen Bereiche. Denken Sie ein paar Minuten über jeden der Bereiche nach. Dann setzen Sie jeweils an der Stelle der gestrichelten Linie einen Punkt, von der Sie glauben dass sie Ihren gegenwärtigen Befriedigungsgrad markiert. Nach Bewertung aller Bereiche verbinden Sie die Punkte mit einer Linie.

Unbenannt

Säulen der Identität (Gesundheit) nach Petzold

Die 5 Säulen der Identität nach H.G. Petzold (1993)

Unter Identität (v. lat.: identitas = Wesenseinheit) versteht man die Einzigartigkeit eines Lebewesens, insbesondere eines Menschen.

Identität ist die einzigartige Persönlichkeitsstruktur eines Menschen, das wer bin ich, auf wen beziehe ich mich, wer bezieht sich auf mich, worüber definiere ich mich und was macht mich aus.

Identität ist ein lebenslanger Prozess und zeigt sich in Auftreten, Mimik, Gestik, Sprache und körperlichen Stärken und Schwächen und natürlich im inneren Bild / Selbstbild, Selbstgefühl und Glauben an sich, etc.

Identität entwickelt und verändert sich im Lebensverlauf (Identitätsentwicklung, Identitätskrisen).

Die 5 Säulen der Identität (ein Konzept von H.G. Petzold für die integrative Therapie)

  1. Leib / Leiblichkeit
  2. soziales Netzwerk / soziale Bezüge
  3. Arbeit und Leistung
  4. materielle Sicherheit und
  5. Werte

bauen, stützen und tragen (oder eben nicht…) die Identität eines Menschen.

Unbenannt

Leib / Leiblichkeit (Säule 1)

Mein Leib als Gefäss, das ich bin – in dem ich lebe – meine Gesundheit, meine Beweglichkeit, mein Wohlbefinden, meine Sexualität, meine Belastungsfähigkeit, meine Psyche, meine Gefühle, meine Lüste, meine Sehnsüchte, Glaubenssysteme, und Träume … (Meine medizinische Gesundheit, meine Psyche, meine Kondition und Fitness, meine Ausstrahlung, etc.).

In diesen Bereich gehört alles, was mit meinem Leib zu tun hat, „in mir drin“ ist, mit seiner Gesundheit, seinem Kranksein, seiner Leistungsfähigkeit, seinem Aussehen, mit der Art und Weise, wie sich der Mensch mag und „in seiner Haut“ wohl oder eben auch unwohl fühlt.

Auch wie der Mensch von anderen in seiner Leiblichkeit wahrgenommen wird, ob sie ihn anziehend finden oder ablehnen, schön finden oder hässlich, als gesund und vital oder als krank und gebrechlich erleben, etc.

soziales Netzwerk / soziale Bezüge (Säule 2)

Mein soziales Netzwerk, meine Freunde, Familie, Arbeitsplatz, Beziehungen, Ehe, Freizeitgestaltung, Verein …

Persönlichkeit und Identität werden nachhaltig bestimmt von den sozialen Beziehungen, dem sozialen Netzwerk, also den Menschen, die für jemanden wichtig sind, mit denen er zusammen lebt und arbeitet, auf die er sich verlassen kann und denen er etwas bedeutet. Aber es gehören auch Leute zum sozialen Netzwerk, die ihm nicht wohlgesonnen sind, feindselig gegenüberstehen oder auch schaden.

Arbeit und Leistung (Säule 3)

Tätigkeiten, Arbeit, mein „Tätig-sein“, mit der ich mich identifiziere und mit der ich identifiziert werde (wichtig ist hier auch die allgemein gehaltene Formulierung „Tätig-Sein“, denn auch Erwerbslose, RentnerInnen und invalide / berufsunfähige habe sehr wohl Chance, tätig zu sein oder wieder tätig zu werden…).

Ein weiterer Bereich der Identität kann unter die Überschrift „Arbeit, Leistung, „tätig sein““ gestellt werden. Arbeitsleistungen, Arbeitszufriedenheit, Erfolgserlebnisse, Freude an der eigenen Leistung, aber auch entfremdete Arbeit, Arbeitsüberlastung, überfordernde sowie erfüllte oder fehlende Leistungsansprüche bestimmen die Identität nachhaltig.

materielle Sicherheit (Säule 4)

Die Identität wird weiterhin beeinflusst von den materiellen Sicherheiten, dem Einkommen, Geld, materielles wie Nahrung, Kleidung, Lebensbedarf, Weiterbildungsmöglichkeiten, den Dingen, die jemand besitzt, seiner Wohnung oder Haus, aber auch dem ökologischen Raum, dem er sich zugehörig fühlt, dem Stadtteil in dem er sich beheimatet fühlt oder wo er ein Fremder ist. Fehlende materielle Sicherheiten belasten das Identitätserleben schwer. Geld, materielles wie Nahrung, Kleidung, Lebensbedarf, Weiterbildungsmöglichkeiten

Werte & Normen (Säule 5)

Moral, Ethik, Religion, Liebe, Hoffnungen, Traditionen, Glauben, Sinnfragen (gesellschaftliche und persönliche und ihr Verhältnis zueinander).

Persönlichen Werte und Normen, sie sind der fünfte Bereich, welcher meine Persönlichkeit und Identität trägt.

Das, was jemand für richtig hält, von dem er überzeugt ist, wofür er eintritt und von dem er glaubt, dass es auch für andere Menschen wichtig sei. Das können religiöse oder politische Überzeugungen sein, die „persönliche Lebensphilosophie“, wichtige Grundprinzipien.

Zur Identitätskrise kann es kommen, wenn eine oder mehrere Säulen „wegbrechen“ oder sich plötzlich stark verändern und die anderen Säulen die Identität nicht ausreichend stabilisieren können.

Entspannungs-CD der Elisabethinen Linz

Entspannungs CD

Die Entspannungs-CD der Abteilung für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Elisabethinen Linz enthält verschiedenen Anleitungen zum Entspannen. Nähere Informationen finden sie hier.

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Die Trackliste:

CD1:
01 Muskelentspannung
02 Atementspannung
03 Körperreise
CD2:
01 Der Strand
02 Waldspaziergang
03 Sicherer innerer Ort
04 Ballonreise
05 „Der Weg“ (Musikstück)

Progressive Muskelrelaxation

Hier finden Sie weiter nützliche Übungen zum Thema Entspannung.

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