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Lungenhochdruck
Bewegung kräftigt das Herz bei Lungenhochdruck

Bewegung kräftigt das Herz bei Lungenhochdruck

17. April 2017

Bewegungstraining ist für Patienten mit Lungenhochdruck oft schwierig umzusetzen, da immer die Gefahr einer Überlastung besteht. Neue Studiendaten aus Heidelberg zeigten jetzt, wie ein speziell konzipiertes Bewegungstraining ein geschwächtes Herz stärken kann.

Studie belegt positive Wirkung von Bewegungstraining

Bei Lungenhochdruck muss die rechte Herzhälfte Schwerstarbeit leisten, um gegen den erhöhten Druck die Lunge mit Blut zu versorgen. Dadurch kommt es bei Belastung schnell zu Atemnot. Prof. Dr. med. Ekkehard Grünig leitet das Zentrum für Lungenhochdruck an der Thoraxklinik des Universitätsklinikums Heidelberg. In seiner Arbeitsgruppe wurden die Auswirkungen einer angepassten Bewegungstherapie auf Patienten mit Lungenhochdruck untersucht. Die Ergebnisse wurden im renommierten European Heart Journal veröffentlicht und mit dem Forschungspreis der René-Baumgart-Stiftung ausgezeichnet.

An der Studie nahmen 95 Patienten mit pulmonaler Hypertonie teil. Zu Beginn und nach 15 Wochen Training wurde die Sauerstoffaufnahme gemessen und eine Katheter-Untersuchung des rechten Herzens vorgenommen. Es zeigten sich in der Gruppe, welche das Training durchgeführt hatte, deutliche positive Auswirkungen im Vergleich zu den Patienten, die nicht am Training teilnahmen: Die Sauerstoffaufnahme war besser und die Pumpleistung der rechten Herzhälfte stieg an.

Lebensqualität erhöhen

Die Untersuchungen in der Studie zeigen: Ein spezielles Training kann das Herz unterstützen, eine medikamentöse Therapie begleiten und dem Fortschreiten der Erkrankung entgegenwirken. Die rechte Herzhälfte pumpte nach 15 Wochen Training bis zu 20 Prozent mehr Blut. Das bedeutet, dass pro Minute rund ein Liter Blut mehr durch den Lungenkreislauf gelangt. Wichtig ist aber, dass ein spezielles Training unter ärztlicher Anleitung stattfindet, um Überanstrengungen zu vermeiden, welche die Krankheit verschlechtern können.

Für Patienten ergeben sich daraus positive Aussichten. Auch wenn Lungenhochdruck nicht heilbar ist, kann ein individuell angepasstes Training die Lebensqualität verbessern und Erschöpfung sowie Atemnot entgegenwirken. Betroffene fühlten sich nach dem Trainingsprogramm insgesamt wohler. In weiteren Studien untersuchen die Forscher aktuell noch genauer, welche Auswirkungen das Training hat, welche Mechanismen der Verbesserung der Herzfunktion zugrunde liegen und wie sich ein Bewegungsprogramm auf die Lebenserwartung auswirkt.

 

BLOG 016 / 2017



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