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Für Jugendliche mit Lungenhochdruck: Der Weg in die Selbstständigkeit

Für Jugendliche mit Lungenhochdruck: Der Weg in die Selbstständigkeit

21. Oktober 2013

Mit Lungenhochdruck zu leben, ist auch für junge Menschen nicht einfach. Zu den üblichen Sorgen und Problemen eines Teenagers kommen bei dir vermutlich auch noch Gesundheitsthemen hinzu. Für dich als Jugendlicher ist der Weg in die Selbständigkeit mit etwas dickeren Steinen gepflastert.

Ein wichtiges Thema in der Pubertät ist die Findung der eigenen Identität und das Abnabeln von den Eltern. Beides wird durch Lungenhochdruck erschwert. Anteil daran hat jedoch nicht nur die Krankheit an sich, sondern auch, wie du und deine Familie damit umgehen.

Die „schwierigen“ Eltern

Deine Eltern machen  sich wahrscheinlich große Sorgen um dich und deine Gesundheit. Dadurch kann es leicht passieren, dass sie überfürsorglich werden und dich mehr behüten möchten, als es notwendig wäre. Mit den Freunden am Wochenende in die Disco? – Um Himmels willen…! Mit solchen Verboten haben bereits gesunde Jugendliche zu kämpfen.

Hier helfen nur viele Gespräche, und die sollten so weit wie möglich sachlich geführt werden. Verbote auf der einen Seite und Trotz und Türenknallen auf der anderen Seite helfen da wenig weiter. Lege dir Argumente zurecht und formuliere so gut es geht, was du möchtest und warum dir das wichtig ist. Du solltest jedoch auch deine Eltern und ihre Sorgen ernst nehmen, denn nur so lässt sich ein Kompromiss finden.

Auch wird es ihnen leichter fallen los zu lassen, wenn du ihnen zeigst, dass du für dich selbst Verantwortung übernehmen kannst. Ergreife beim nächsten Arztbesuch selbst das Wort und verschweige keine Symptome und Nebenwirkungen. Das stärkt nicht nur das von deinen Eltern gesetzte Vertrauen in dich, sondern du wirst merken, dass du selbst dadurch Schritt für Schritt selbstständiger werden wirst.

Die „schwierigen“ Freunde

Ehrlichkeit öffnet viele Türen. Deinen Freunden wird es leichter fallen, dich und dein Leben zu verstehen, wenn du mit ihnen ehrlich über deine Erkrankung sprichst. Bestimmt werden sich deine Freunde auch dir gegenüber öffnen und du wirst eins lernen: Jeder hat sein Päckchen zu tragen, aber gemeinsam werden diese oftmals leichter.

Aktivitäten in der Gruppe können für dich ein leidiges Thema sein. Snowboarden, Klettern, Tanzen – viele Sportarten sind für dich tabu. Das heißt aber nicht, dass du alleine zu Hause sitzen musst. Mache Vorschläge, die dich nicht überfordern und euch allen Spaß machen. Gute Freunde werden auf deine Gesundheit Rücksicht nehmen.

Die „schwierige“ Schule

Möglicherweise läuft es in der Schule für dich nicht gerade rund. Manches kannst du nicht mitmachen, besonders beim Sport. Eventuell hast du dadurch das Gefühl dich immer wieder aufs Neue in der Klasse behaupten zu müssen. Lass dich davon aber nicht stressen.

Wenn du dennoch Blicken oder Fragen ausgesetzt bist, kläre deine Mitschüler auf: die meisten werden noch nie von Lungenhochdruck gehört haben und haben keine bösen Intentionen hinter ihrer Neugier.

Als letzter Tipp

Lerne dich auszudrücken! Verschließe dich nicht vor deinen Gefühlen und finde einen Weg diese auszuleben. Ein kreatives Hobby, wie Musik, Schreiben oder Malen, kann dabei helfen und ist außerdem ein idealer Weg neue Freunde kennenzulernen.

Denke immer daran: Lungenhochdruck ist lediglich ein Teil von dir, nicht mehr und nicht weniger.



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