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Haustiere und Lungenhochdruck – Was Sie beachten sollten

Haustiere und Lungenhochdruck – Was Sie beachten sollten

10. April 2017

Für viele Menschen bedeuten Haustiere ein Stück Lebensqualität. Doch wie sieht es mit der Tierhaltung aus, wenn eine chronische Lungenerkrankung vorliegt?

Tierhaltung bei Lungenerkrankungen

Bei Lungenhochdruck ist die Tierhaltung im Haus weniger problematisch, als bei allergischen Lungenerkrankungen (zum Beispiel allergisches Asthma). Dennoch kann es sinnvoll sein, auf Tierarten zu verzichten, die besonders häufig Allergien auslösen wie zum Beispiel Katzen und Kleinnager. Dies gilt vor allem, wenn Sie bereits unter Allergien (Heuschnupfen, Hausstaub) leiden. Hunde lösen im Vergleich seltener Allergien aus. Einige Hunderassen wie Pudel, portugiesischer Wasserhund, Schnauzer, Spaniel oder Havaneser haaren nicht und haben dadurch ein sehr geringes allergenes Potential. Als sogenannte Hybridhunderassen für Allergiker wurden der Labradoodle oder der Goldendoodle gezüchtet. Vorsicht gilt allerdings bei Vögeln: Einige Vogelarten wie Kakadus produzieren besonders viel Gefiederstaub, der lungenreizend ist.

Patienten und Patientinnen mit Lungenhochdruck sollten darauf achten, sich kein Tier anzuschaffen, das besonders viel Aktivität benötigt wie z.B. eine Hunderasse, die viel Bewegung und Auslauf braucht.

Doch die Tierhaltung kann sich auch positiv auswirken. Studien zeigen, dass Tiere zufriedener machen, Stress senken und das Immunsystem stärken können. Grund: Das Streicheln von und der Umgang mit Tieren regt die Produktion des Hormons Oxytocin an. Wer einen Hund hat, der bewegt sich außerdem automatisch regelmäßig an der frischen Luft.

Für wen auch mit Lungenhochdruck ein Leben ohne Tier nicht vorstellbar ist, der sollte Folgendes beachten, dann steht der Haltung meist nichts im Wege:

  • Fragen Sie vor der Anschaffung Ihren Arzt um Rat.
  • Tiere besser nicht ins Schlafzimmer oder ins Bett lassen.
  • Achten Sie besonders genau auf die Hygiene: Häufiges Händewaschen, nicht das Gesicht ablecken lassen, Vorsicht beim Umgang mit Tierkot (evtl. Handschuhe tragen).
  • Sprechen Sie mit allen Beteiligten schon vor der Anschaffung darüber, was im Notfall mit dem Tier geschehen soll, wenn Ihre Erkrankung sich verschlimmert.

Was gilt nach Lungentransplantation?

Nach einer Lungentransplantation ist die Tierhaltung problematisch. Das reduzierte Immunsystem ist anfälliger für Infekte. Wer auf der Transplantationsliste steht, sollte sicherheitshalber erst einmal kein Tier neu anschaffen. Sprechen Sie bei vorhandenen Tieren rechtzeitig mit Freunden oder Verwandten, wer Ihr Tier in den ersten Wochen nach der Transplantation versorgen kann. Wer penibel auf Hygiene achtet, der kann in der Regel trotz Immunsuppression schon bald nach der Transplantation wieder Umgang mit Tieren haben. Sprechen Sie dies trotzdem immer mit Ihrem Behandlungsteam ab!

 

BLOG 015 / 2017

 



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