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Lungenhochdruck
Lungenhochdruck bei Kindern

Lungenhochdruck bei Kindern – Ruhen statt Herumtollen

Pulmonale Hypertonie (PH) im Kindesalter tritt in etwa 15 Mal pro einer Million Einwohner auf. Die Lebenserwartung ist deutlich eingeschränkt und die Kinder können aufgrund von ständiger Erschöpfung ihren natürlichen Bewegungsdrang nicht ausleben.

 Die Symptome von kindlicher pulmonaler Hypertonie sind: Andauernde Müdigkeit, Atemnot, Schwindel, kalte Hände und Füße. Meist werden diese Asthma oder Herz-Kreislauferkrankungen zugeordnet, sodass PH bei Kindern erst spät erkannt wird. Betroffene können weder herumtollen noch Sport betreiben und sind auf dauernde Einnahme verschiedener Medikamente angewiesen.

Pulmonale Hypertonie bei Herzerkrankungen

Im Kindesalter ist Pulmonale Hypertonie meist eine Folgeerscheinung einer Herz- oder Lungenerkrankung. Ca. jedes 100. Baby kommt mit einem Herzfehler auf die Welt – aus unterschiedlichsten Gründen. Eine Folge ist eine übermäßige Durchblutung der Lunge, das kann zu Pulmonaler Hypertonie führen. Auch wenn der Herzfehler beim Neugeborenen operativ korrigiert wurde, kann es zu PH kommen. Daher sollten sich Kinder, die am Herzen operiert wurden, regelmäßig auf Lungenhochdruck untersuchen lassen.

Pulmonal-arterielle Hypertonie als singuläre Erkrankung

Manchmal tritt PAH auch ohne klare Ursache auf. Man spricht dann von „idiopathischer oder familiärer pulmonal-arterieller Hypertonie“ – IPAH. Diese Form des Lungenhochdrucks ist besonders selten. Sie kann vererbt werden und mehrere Generationen einer Familie betreffen. Bei einem erkrankten Elternteil besteht eine Wahrscheinlichkeit von 5-10%, dass auch das Kind von Lungenhochdruck betroffen ist. PH kann beim Neugeborenen auftreten, man spricht dann von „persistierender pulmonaler Hypertonie des Neugeborenen“ – PPHN: Nach der Geburt gelingt es dem Neugeborenen nicht, sich an die „Luftatmung“ anzupassen. Das Blut in der Lunge reichert sich nicht ausreichend mit Sauerstoff an und es kommt zu einer pulmonal-arteriellen Hypertonie. Wird diese sofort behandelt, kann das Baby gänzlich geheilt werden.

Schwierige Medikation bei Kindern

Die medikamentöse Therapie für Kinder ist zu wenig erforscht. Arzneimittel wirken im kindlichen Körper anders. Manche Medikamente müssen niedriger dosiert werden, andere höher. Nur erfahrene Experten können Lungenhochdruck bei Kindern kompetent behandeln. Je eher die Krankheit erkannt und behandelt wird, umso günstiger ist der Verlauf. Das wichtigste Untersuchungsinstrument für die Diagnose ist die Echokardiographie. Damit können verschiedene Herzfehler erkannt werden.

Behutsam leben

Kinder mit PH sind nicht nur beim Spielen und herumtollen stark eingeschränkt. Sie dürfen auch nicht Radfahren, skaten oder Skifahren, weil sie blutverdünnende Medikamente nehmen müssen und jeder Bluterguss tödlich sein kann. Der Besuch eines Kindergartens oder einer Schule ist für sie gefährlich, denn jede Verkühlung ist lebensgefährdend. Oft müssen sie rund um die Uhr Infusionen erhalten. Durch diese Umstände ist die Gefahr der sozialen Isolation groß. Gott-sei-Dank haben Lungenhochdruck-Kinder aufgrund verbesserter Therapien heute eine höhere Lebenserwartung als noch vor einigen Jahren.



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