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Lungenhochdruck
Lungentransplantationen in Österreich

Lungentransplantationen in Österreich

15. Februar 2016

Wenn Medikamente und alle anderen Behandlungen fehlschlagen, ist die Lungentransplantation die ultimative Therapieform. Mit der Transplantation wird nicht nur das Überleben der Patienten gesichert, es wird auch wieder eine einigermaßen gute Lebensqualität erlangt. Wenn die nötigen Vorkehrungen getroffen werden, können die Patienten beinahe ein ganz normales Leben führen.

Allerdings gibt es eine Einschränkung: Der Transplantierte muss ein Leben lang Immunsuppressiva einnehmen, da ein hohes Infektionsrisiko besteht. Zu der häufigsten Komplikation in den ersten Monaten nach einer Transplantation zählt neben den bakteriellen und viralen Infektionen, die akute Abstoßungsgefahr, die man heute jedoch, aufgrund verbesserter Immunsuppression, bereits gut im Griff hat.

Die Organvergabe erfolgt durch Europlant nach genau geregelten Kriterien. In Österreich, wie in den meisten europäischen Ländern gilt die so genannte „Widerspruchsregelung“, das heißt, wer sich nicht als Organspender zur Verfügung stellen will, muss sich ins Widerspruchregister der ÖBIG (Österreichisches Bundesinstitut für Gesundheiswesen – Gesundheit Österreich GmbH, www.goeg.at) eintragen lassen.

Experten und Kliniken

Die erste Lungentransplantation in Österreich wurde an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien unter der Leitung des Experten Univ.-Prof. Dr. Walter Klepetko vorgenommen. Heute gilt das Lungentransplantationszentrum der Universität Wien, neben Hannover, Toronto und Cleveland, als eines der vier weltweit führenden Zentren für Lungentransplantation. Im Wiener Lungentransplantationszentrum werden pro Jahr mehr als hundert Transplantationen durchgeführt.

Seit Juli 2008 werden auch in der Universitätsklinik für Herzchirurgie in Innsbruck, Leitung Univ-Prof. Dr. Ludwig Müller, Lungentransplantationen vorgenommen. Die erste beidseitige Lungenverpflanzung hat hier der Experte Univ.-Prof. Dr. Herbert Hangler erfolgreich durchgeführt. Zudem ist die Universitätsklinik in Innsbruck eines der ersten Zentren, in denen minimalinvasiv, das heißt mittels einem möglichst kleinen Schnitt operiert wird. Wurde der Brustraum früher durch einen großen, beidseitigen Schnitt geöffnet, so erfolgt dies heute lediglich durch einen seitlichen zehn bis zwölf Zentimeter langen Schnitt, bei Frauen unterhalb der Brust. Ein Einsatz der Herz-Lungen-Maschine ist meistens nicht mehr notwendig, denn bei komplikationslosem Verlauf, atmet der Patient schon nach kurzer Zeit selbständig.

Nachkontrollen sind unbedingt erforderlich

Nach der Transplantation sind regelmäßige ärztliche Kontrollen notwendig. Zu den Nachuntersuchungen gehören Blutabnahme, Lungenfunktionstests, Röntgenaufnahmen und Bronchoskopien. Diese Kontrollen dienen dazu, Infektionen, Abstoßungstendenzen oder andere Probleme frühzeitig zu erkennen und schnell darauf reagieren zu können. Sie sind eine wichtige Voraussetzung dafür, dass es dem Patienten mit seinem neuen Organ auch weiterhin gut geht.

Außerdem gibt es in vielen Bundesländern Selbsthilfegruppen, die sich um die Probleme und Fragestellungen der transplantierten Patienten kümmern und ihnen mit Rat zur Seite stehen.



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