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Lymphdrainage bei Lungenhochdruck?

Lymphdrainage bei Lungenhochdruck?

14. August 2017

Bei Lungenhochdruck kommt es häufig zu Wassereinlagerungen (Ödemen). Bei gesunden Menschen kann eine Lymphdrainage helfen, um den Abfluss von Gewebsflüssigkeit anzuregen. Patienten mit Lungenhochdruck sollten hier jedoch vorsichtig sein.

Wie funktioniert eine Lymphdrainage?

Das Lymphsystem durchzieht als Netz den gesamten Körper und stellt neben dem Blutkreislauf ein zweites, großes Kreislaufsystem dar. In den Lymphgefäßen fließt die Lymphflüssigkeit (Lymphe), diese Gefäße beginnen mit blind endenden, feinen Lymphkapillaren im Gewebe und laufen zu immer größer werdenden Lymphgefäßen zusammen. Durch das Lymphsystem wird der Flüssigkeitshaushalt im Gewebe reguliert. Außerdem werden Fette transportiert und auch viele Aufgaben der körpereigenen Immunabwehr finden im Lymphsystem statt.

Störungen im Abfluss der Lymphflüssigkeit können zu Ödemen führen. Hier kann die Lymphdrainage, welche zu den physikalischen Therapien gehört, Abhilfe schaffen. Der Therapeut streicht mit leichten Bewegungen (weniger stark als bei Massagen) entlang der Lymphbahnen und regt so den Abfluss der Lymphe an. Die Lymphdrainage wird von Physiotherapeuten, manchen Ärzten (Phlebologen) oder speziell geschulten Masseuren angeboten.

Ödeme bei Lungenhochdruck: Hier ist Vorsicht geboten

Viele Patienten mit Lungenhochdruck leiden unter Wassereinlagerungen in den Beinen. Der Arzt verschreibt in diesem Fall oft entwässernde Medikamente (Diuretika). Eine Lymphdrainage als zusätzliche Maßnahme sollte bei Lungenhochdruck unbedingt immer erst mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. In der Regel ist sie bei Patienten mit Lungenhochdruck kontraindiziert, da die abfließende Lymphflüssigkeit in die Gefäße aufgenommen wird und vom Herz bewältigt werden muss. Sind Herz- und Nierenfunktion nicht zu stark eingeschränkt, stimmt Ihr Arzt einer Lymphdrainage aber vielleicht zu. Sie sollten sie dann in jedem Fall bei einem erfahrenen Therapeuten durchführen lassen, welcher die Erkrankung kennt und die Behandlung entsprechend vorsichtig anwendet.

Treten trotz Diuretika-Gabe immer wieder Ödeme auf, kann ein Wechsel auf ein anderes Medikament oder die Kombination mehrerer Wirkstoffe Abhilfe bringen. Auch Kompressionsstrümpfe, das Hochlagern angeschwollener Beine sowie leichte und regelmäßige Bewegung können Wassereinlagerungen reduzieren. Auch hier sollte jedoch jede Maßnahme immer in Absprache mit dem Arzt erfolgen.

BLOG 033 / 2017



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