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Lebenshilfe
Mit Lungenhochdruck in die Arbeit

Mit Lungenhochdruck in die Arbeit

30. Oktober 2013

Lungenhochdruck und Arbeit schließen sich nicht unbedingt aus. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass die Rahmenbedingungen stimmen. Das betrifft den Umgang mit Chef und Kollegen, aber auch Erleichterungen des Arbeits-Alltags.

So gut und so lange es geht, sollten Sie auch mit einer PAH-Erkrankung weiterhin arbeiten gehen. Dies fördert das Selbstwertgefühl und die sozialen Beziehungen, bringt Sie auf andere Gedanken und ist auch für die Haushaltskassa hilfreich. Wichtig ist allerdings, dass Sie auch weiterhin mit Freude arbeiten gehen und die Berufstätigkeit nicht zu einer zusätzlichen Belastung werden lassen.

Generell gilt:

  • Bleiben Sie sachlich.
  • Bitten Sie höflich und bestimmt.
  • Fordern Sie gegebenenfalls auch.
  • Setzen Sie niemanden unter Druck, weder sich selbst noch die anderen.

Umgang mit dem Chef und Vorgesetzten

  • Informieren Sie Ihren Chef in einem vertraulichen Gespräch über Ihre Erkrankung.
  • Bitten Sie gegebenenfalls auch darum, dass der Personalchef anwesend ist.
  • Teilen Sie Ihrem Chef alles mit, was er wissen sollte.
  • Versuchen Sie, sich in seine Position hineinzufühlen: Als Unternehmer fragt er sich, ob Sie ihn letztlich mehr kosten, als Sie der Firma nutzen. Als Arbeitgeber hat er Ihnen gegenüber auch eine Fürsorgepflicht. Beides muss er unter einen Hut bringen. Jammern Sie also nicht nur darüber, wie schlecht es Ihnen geht. Erklären Sie ihm sachlich, was Stand der Dinge ist, und welche Auswirkungen dies auf Ihre aktuelle Arbeitsposition und Arbeitsleistung hat oder haben wird.
  • Machen Sie auch Vorschläge, die beiden Seiten nutzen: Umzug in ein Büro im Erdgeschoß, damit Ihnen das Treppensteigen erspart bleibt. Vielleicht sogar eine Umwandlung des Arbeitsverhältnisses in einen Home-Office-Job.

Umgang mit den Kollegen

  • Die Kollegen müssen dagegen nicht alles wissen – Sie entscheiden selbst, was Sie ihren Kollegen anvertrauen möchten.
  • Lassen Sie die Kollegen auch wissen, dass Hilfe willkommen ist. Verständnis ja,  Mitleid nein.
  • Bitten Sie im täglichen Ablauf gegebenenfalls auch um Hilfe, wenn Sie sie benötigen.
  • Mobbing am Arbeitsplatz ist auch ohne eine Erkrankung wie Lungenhochdruck ein großes Thema. Sollte es bei Ihnen zum Problem werden, wenden Sie sich an die zuständige Stelle (HR oder Personalbüro) und suchen Sie sich Hilfe

Erleichterung des Alltags

Erlaubt ist alles, was Ihnen das Arbeitsleben erleichtert:

  • Aktive Hilfe durch Kollegen
  • Kurze Wege zum Kopierer
  • Sitzen statt stehen
  • Ruhigere Arbeitsabläufe statt Stress

Gehen Sie offensiv mit Ihrer Lungenhochdruck-Erkrankung um. Lungenhochdruck ist eine seltene Erkrankung und kaum jemand weiß tatsächlich, was es bedeutet. Auch wenn es vielleicht schwer fällt: Klären Sie ihre Kollegen auf – Sie werden so sicherlich auf mehr Verständnis und Unterstützung treffen.



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