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Lungenhochdruck
Reihe: Lungentransplantation - Der Ablauf

Reihe: Lungentransplantation – Der Ablauf

8. Mai 2014

Bei Lungenhochdruck kann eine Lungentransplantation die letzte Rettung sein. Patienten, die über diesen Eingriff nachdenken, möchten natürlich möglichst viel über den geplanten Ablauf wissen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Lunge zu transplantieren:

    1. Nur ein Lungenflügel wird transplantiert (Einzel-LTPL).
    2. Beide Lungenflügel werden transplantiert (beidseitige LTPL).
    3. Beide Lungenflügel und das Herz werden transplantiert (Herz-Lungen-Transplantation).

Die Erfahrung der letzten Jahrzehnte hat gezeigt, dass bei einer Einzel-LTPL häufiger Probleme mit dem verbleibenden Lungenflügel entstehen. Auch ist das Ergebnis bei einer beidseitigen LTPL meist deutlich besser. Deshalb werden heute meist beide Lungenflügel ersetzt. Eine Herz-Lungen-Transplantation ist nur noch selten notwendig. Man hat die Erfahrung gemacht, dass sich auch bei weit fortgeschrittenem Lungenhochdruck das rechte Herz innerhalb weniger Wochen vollständig erholen kann.

Ablauf der Operation

Für die Lungentransplantation wird ein Schnitt etwa zwischen der achten und neunten Rippe gesetzt. Durch diesen wird dann zunächst der Lungenflügel entnommen, der in schlechterem Zustand ist. Der andere Lungenflügel wird währenddessen beatmet, sodass oft keine Herz-Lungenmaschine eingesetzt werden muss. Die Spenderlunge wird nun mit dem Körper des Patienten verbunden: Zuerst werden die Bronchien angenäht, dann die Venen und schließlich die Arterien. Im nächsten Schritt wird die Lunge zum ersten Mal gebläht und dann beatmet. Erst wenn sichergestellt ist, dass die neue Lunge gut funktioniert, wird der Eingriff am zweiten Lungenflügel wiederholt. Auch jetzt kann oft auf die Herz-Lungenmaschine verzichtet werden, weil der neue Lungenflügel bereits funktioniert.

Nach der Lungentransplantation wird der Patient noch einige Stunden beatmet, dann ist meist schon eine selbstständige Atmung möglich.Wenn keine Komplikationen auftreten, kann der Patient nach zwei bis drei Tagen von der Intensivstation auf die Normalstation verlegt werden. Bei normalem Verlauf ist mit einem Krankenhausaufenthalt von etwa drei bis vier Wochen zu rechnen. Bei etwa 10 bis 20% der Patienten treten jedoch Komplikationen auf, die einen deutlich längeren Krankenhausaufenthalt nötig machen können.

 

Lesen Sie auch den ersten Teil unserer Reihe: Lungentransplantation – Ja oder Nein?

Nächste Woche geben wir Ihnen Tipps für den Alltag nach der Operation.



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