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Lungenhochdruck
Rheumatische Erkrankungen als Ursache von Lungenhochdruck

Rheumatische Erkrankungen als Ursache von Lungenhochdruck

10. Juli 2017

Rheumatische Erkrankungen wie systemische Sklerose und systemischer Lupus erythematodes können Lungenhochdruck verursachen. Die pulmonale Hypertonie wird bei diesen Erkrankungen allerdings häufig erst spät erkannt, da sie oft über lange Zeit klinisch stumm verläuft.

Lungenhochdruck bei rheumatischen Erkrankungen

Lungenhochdruck kann viele unterschiedliche Ursachen haben, unter anderem sind gewisse rheumatische Erkrankungen ein möglicher Auslöser der pulmonalen Hypertonie. Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis ist Lungenhochdruck eine sehr seltene Komplikation, anders sieht es jedoch bei einer anderen Untergruppe der rheumatoiden Erkrankungen aus, bei den Kollagenosen (Bindegewebserkrankungen).

Unter den Kollagenosen kommt es am häufigsten bei der systemischen Sklerose (Sklerodermie) und dem systemischen Lupus erythematodes (SLE) zu Lungenhochdruck. In verschiedenen Studien lag die Häufigkeit der pulmonalen Hypertonie bei Lupus-Patienten zwischen 5 und 17,5 Prozent. Innerhalb von 5 Jahren entwickeln bis zu 43 Prozent der Lupus-Patienten einen Lungenhochdruck. Wie genau Kollagenosen zum Lungenhochdruck führen, konnten Forscher bislang nicht zweifelsfrei nachweisen. Es scheinen aber unter anderem Einflüsse der rheumatischen Erkrankungen auf das Zellwachstum und die Zellteilung von Endothelzellen, welche die Blutgefäße innen auskleiden, auf die Neubildung von Gefäßen (Angiogenese) und in einigen Fällen auch auf die Neigung zu Thrombosen eine Rolle zu spielen.

Häufig spät erkannt

Der Lungenhochdruck bleibt oft lange symptomfrei und wird deshalb häufig erst im fortgeschrittenen Stadium bemerkt. Manchmal treten bei Patienten mit Sklerodermie oder SLE über längere Zeit erste Beschwerden auf, die jedoch unspezifisch sind und zunächst nicht mit einem Lungenhochdruck in Verbindung gebracht werden. Dazu gehört zum Beispiel schnelles „aus der Puste kommen“ bei Anstrengung. Je später der Lungenhochdruck erkannt wird, desto schlechter ist leider die Prognose der Patienten.

Die „European League Against Rheumatism (EULAR)“ mit ihrem Arbeitskreis für Kollagenosen rät deshalb, bei Kollagenosen wie der systemischen Sklerose oder SLE einmal jährlich mit einer Herzechokardiographie die Herzfunktion zu überprüfen. Bei Symptomen wie Atemnot, sinkender körperlicher Belastbarkeit, rascher Ermüdung oder Schwindel sollten Betroffene und auch Ärzte an einen möglichen Lungenhochdruck denken. Je früher eine Therapie der pulmonalen Hypertonie begonnen wird, desto besser sind die Aussichten der Patienten.

 

BLOG 028 / 2017



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