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Lungenhochdruck
Schlafapnoe und Lungenhochdruck

Schlafapnoe und Lungenhochdruck

8. Februar 2016

Bei vielen PatientInnen, die unter pulmonal-arterieller Hypertonie (PAH) leiden, treten auch nächtliche Atemaussetzer auf – die Schlafapnoe. Erfahren Sie hier mehr über den Zusammenhang zwischen Lungenhochdruck und Schlafapnoe.

Was ist Schlafapnoe?

Leidet jemand unter nächtlichen Atemaussetzern, dann spricht man vom Schlafapnoe-Syndrom (SAS). Pro Nacht können im Extremfall bis zu 100 Atemstillstände auftreten, die einige Sekunden bis zu zwei Minuten dauern können. Infolgedessen kommt es vorübergehend zu einer Sauerstoff-Unterversorgung (Hypoxie).

Der Körper reagiert darauf mit einem Aufwachvorgang: Die Muskeln spannen sich an, Puls, Blutdruck und Herzleistung steigen. Oft merken die Betroffenen dies gar nicht, spüren aber eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit als Folge des fehlenden Tiefschlafes. Dadurch kann es zu sinkender Konzentrationsfähigkeit, ansteigender Unfallgefahr, sowie zu Angstzuständen oder Depressionen kommen. Langfristig erhöht Schlafapnoe außerdem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Schlafapnoe-Syndrom und Lungenhochdruck

Die nächtliche Sauerstoffarmut im Blut kann zu einer Verengung der Lungengefäße und einem erhöhten Kohlendioxid-Gehalt im Blut führen, und damit zur Entwicklung einer pulmonalen Hypertonie beitragen. Umgekehrt kann aber auch ein erhöhter Lungendruck zu Atemstörungen führen, was die Lungenhochdruck-Erkrankung zusätzlich verschlechtern kann.

Eine Studie der Universität Gießen untersuchte 2013 das Vorkommen der Schlafapnoe bei Patienten mit präkapillärer pulmonaler Hypertonie. Von 169 Patienten hatten 45 eine Schlafapnoe, das ist rund ein Viertel der Patienten (genauer: 26,5%). Diese Zahl könnte insgesamt sogar noch höher sein, da die Hälfte der Studien-Patienten nachts bereits Sauerstoff bekam, welcher die Folgen der Schlafapnoe reduzieren oder verhindern kann. Bei Gesunden ist die Häufigkeit einer Schlafapnoe mit ungefähr 5% deutlich geringer.

Was macht ein Schlaflabor?

Ein Schlaflabor dient der medizinischen Untersuchung des Schlafes. Die Zimmer, in denen man übernachtet, ähneln meist Hotelzimmern. Abends werden die notwendigen Kabel und Geräte angebracht, um Hirnströme, Atmung, Augenbewegungen, Muskelspannung und Sauerstoffsättigung des Blutes aufzuzeichnen. Aus den Werten dieser sogenannten Polysomnographie (= umfangreichste Untersuchung des Schlafes) wird am nächsten Tag ein Schlafprofil erstellt, das alle Schlafphasen zeigt: REM-Schlaf (Rapid Eye Movement – eine Schlafphase, die unter anderem auch durch schnelle Augenbewegungen gekennzeichnet ist), Tiefschlaf und Aufwachphasen.

Wird eine Schlafapnoe festgestellt und soll als Therapie eine Beatmung (CPAP-Therapie) angepasst werden, dann kann der Aufenthalt mehrere Nächte dauern: Eine Nacht zur Eingewöhnung, eine zweite Nacht zur genauen Diagnose, die dritte Nacht zur Anpassung der Parameter für die CPAP-Therapie.

Die Schlaflabore in Österreich finden Sie unter: www.schlafmedizin.at/deutsch/slabormap.html



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